Die Beeren-Ernte sichern, ohne Tieren zu schaden

Erdbeerschutz

Gerade jetzt am Anfang der Erdbeersaison ist es hart, wenn die ersten Früchte schon ausgehöhlt da liegen, obwohl manche noch weiße Stellen haben. In diesem Beitrag soll es daher um Möglichkeiten zum Schutz der Erdbeeren, aber auch anderer Beeren oder Trauben gehen, ohne den Wildtieren zu schaden – auch sie gehören im veganen Garten dazu und sollen einen Teil bekommen. Es wird also in erster Linie darum gehen, einen Teil für uns Menschen zu sichern.

Erdbeerzeit – one for you, one for me

Erdbeeren wachsen in unserem Waldgarten in der Tu-wenig-Zone, also am Rande der Gemüsebeete unter Obstbäumen und neben Beerensträuchern. Hier wird gemulcht und es ist schattig, also ideal für Tiere, die Feuchtigkeit lieben und keine Sonne vertragen. Im folgenden Video seht ihr, wer bei uns an den Beeren nascht oder darin haust und was unternommen werden kann, um eben dies bei einem Teil der Erdbeeren zu verhindern.


Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Erdbeeren in die Sonne zu pflanzen und frei von Mulch, Beikraut und Unterschlupfmöglichkeiten zu halten. Dafür muss meist stärker gegossen werden. Mir sind sie an einem solchen Platz leider vertrocknet. Außerdem können trotzdem noch Tiere wie Vögel und Mäuschen daran, welche nicht auf Feuchtigkeit und Schatten angewiesen sind, und in Regenzeiten nützt es auch nur wenig.

Tödliche Vogelschutznetze

Kroete im Vogelschutznetz verheddert

Kröte im „Vogelschutznetz“ verheddert 🙁

Von üblichen „Vogelschutz“netzen ob grob- oder feinmaschig halte ich wenig, es sei denn die Maschen sind so eng wie bei einem Moskitonetz – mit einem solchen Baldachin habe ich schon erfolgreich einen Johannisbeerstrauch umwickelt. Selbst dabei ist darauf zu achten, dass das Moskitonetz unten auch zusammen gebunden wird, denn wenn sich mal ein Vogel hinein verirrt, dann findet er nur schwer wieder heraus. Insekten wird es ähnlich gehen.

Vor einigen Jahren habe ich mir extra diese fisseligen sogenannten engmaschigen Netze gekauft (Bild unten), weil ich im Garten meiner Eltern diese arme Kröte gefunden hatte, die sich in einem grobmaschigen Netz (Bild links) verfangen hatte.

Befreite Kröte mit Würgemahl am Hals

Befreite Kröte mit Würgemahl am Hals

Deutlich sind auf dem zweiten Bild die Würgemale am Hals nach dem Freischneiden zu erkennen.
Ich wickelte also unseren Johannisbeerstrauch in dieses engmaschige Baumarktnetz, im guten Glauben, es somit besser zu machen. Aber tags darauf hing schon eine Mönchsgrasmücke kopfüber reglos darin eingewickelt – auch sie konnte zum Glück freigeschnitten werden und blieb körperlich unbeschadet. Irgendwann kramte ich doch nochmal ein Stück von dem Netz hervor und wickelte eine kleine Junibeere darin ein, in dem Glauben ich müsse es nur ganz fest spannen und unten dicht schließen … es dauerte nicht lang, da sah ich zum Glück rechtzeitig, dass sich eine Amsel ihren Fuß darin verhedderte: sie versuchte abzuheben, aber bekam die Krallen nicht los. Auch ihr konnte ich zum Glück noch rechtzeitig helfen.

"Vogelschutznetz" von wegen

In handelsüblichen engmaschigen Vogelschutznetzen können sich Vögel mit den Krallen verheddern, auch wenn es fest gespannt ist!

Johannisbeerschutz

Ein Teil für die Menschen in Gartenvlies oder ein Moskitonetz  und ein Teil für die anderen Tiere.

So gehts besser

In diesem Jahr habe ich – anstatt das Moskitonetz zu nutzen – nur einige Seitenarme der roten Johannisbeere in ein Gartenvlies eingewickelt, denn die Ringeltauben haben mit ihrem Gewicht im Vorfeld die Äste schon zu Boden gedrückt – sie essen die Beeren auch, wenn sie noch unreif sind. Unmöglich, den ganzen Busch jetzt noch zu umwickeln. Für die Vögel gibt es nämlich noch ein paar Extrasträucher, die eh frei bleiben.

Trotz dem ich das Vlies möglichst eng im unteren Bereich der Äste umbunden habe, sehe ich ab und an nach, ob sich nicht doch ein Vogel hinein verirrt hat.

Weintrauben vor Wespen und Vögeln schützen

Beerenobst schützen (Weintrauben)

Einige Trauben wurden reserviert 🙂

Die in dem Video gezeigten Beutel habe ich eigentlich für die Weintraubenernte genäht. Das hat sehr gut funktioniert. Gerade früh reifende Tafeltrauben, die für kältere Regionen besser geeignet sind als Spätreife, werden gern von Wespen angenagt.

Auch Vögel essen gern welche. Das sollen sie zwar ruhig – es sind ja genug da, aber diese Trauben, an denen dann ein Teil halb abgenagt dranhängt sind nicht sonderlich attraktiv, zumal die verletzten Trauben auch schneller faulen. Im Beutel hingegen können sie bis zur vollen Süße ausreifen.


Ich hoffe, es waren ein paar Anregungen für dich dabei und freue mich über deine Erfahrungen und weitere Tipps zum Schutz der begehrten Früchtchen – und der Tiere – im Kommentar zu lesen.


Danke an Peter, für die Zeichnung des Vogels, der sich im Netz verhakt hat!
Weitere Infos zur Baumschnecke / Gefleckten Schnirkelschnecke (im Video).

6 Kommentare

  1. Silke Lamla (Beitrag Autor)

    Mit den ersten Schneeglöckchen-Blüten kribbelt es in den Fingern, doch solange es draußen noch so kalt ist, nutze ich lieber die Zeit um z.B. neue Beutel aus Vlies zu nähen – einige der alten haben schon Löcher. Das Material war auch sehr dünn. Ich hatte schon daran gedacht, mein Moskitonetz dafür zu zerschneiden, dann habe ich aber entdeckt, dass bei dem abgelaufenen PKW-Verbandszeug die Dreiecktücker aus dem gleichen Material zu sein scheinen, wie die Gartenvliese – sie wirken sogar noch etwas robuster. Also habe ich sie zu Obstschutzbeuteln verarbeitet. Diesmal habe ich auch einen Saum für ein dickeres Baumwollband umgeschlagen, so das sie nun hoffentlich länger halten.

    Antworten
  2. Susanne

    Absolut klasse, die Idee! Werde mal meinen Nähkundigen Mitbewohner fragen, ob er mir ein paar dieser Schutzbeutel nähen kann. 🙂 Liebe Grüße

    Antworten
    1. Silke Lamla (Beitrag Autor)

      Das kann er bestimmt liebe Susanne, wenn ich das sogar kann 😉 Wenn du Gartenvlies nimmst, dann achte auf eine gewisse Robustheit. Bei dem ersten, das ich genommen habe (im Video), hab ich den Eindruck, dass es beim auseinander ziehen schon zu reißen droht (ähnlich wie bei Watte). Hier hatte ich einige Ausfälle. Ich hatte die Beutel auch mit in der Waschmaschine – das geht auch.
      Vielleicht gibt es auch alten Gardinenstoff oder ein Moskitonetz o.ä., dass ihr verarbeiten könnt. Vielleicht erfahre ich ja bald, ob es geklappt hat … 🙂

      Antworten
  3. Michael Knobloch

    Hallo Silke,

    das ist eine super Seite hier. Grade das Miteinander mit den natürlichen Gartenbewohnern, wie Schnecke oder Maulwurf, kann ja immer wieder eine neue Herausforderung für den bio-veganen Gartenbau sein.

    So hatten wir letztes Jahr ein Thema mit einem Maulwurf – dem nützlichstem und geschütztestem Mitbewohner im Garten. Erst Ende 2015 konnten wir dann endlich einen Umzug dieses fleißigen Gesellen ( in einem Eimer aus dem er fast wieder heraus gesprungen währe !) in ein entfernt gelegnes Feld „organisieren“. Da hatte er aber fast 6 Monate lang jedes Beet untertunnelt ! Wir hatten kein Motivationsmittel unversucht gelassen, um dem Fleißling ein anderes Revier schmackhaft zu machen. Fehlanzeige.

    Und nun – ach du Schreck ! – schon wieder ein großer, ovaler Tunneleingang im Thermo -Komposter ! Ist die Mauli-Verwandschaft im Anmarsch ? Wie könnte man sie zur Durchreise bewegen ?

    Hast Du noch Ideen und/oder Erfahrungen mit diesen fleißigen Gesellen ?

    mit liebem Gruß

    Antworten
    1. Silke Lamla (Beitrag Autor)

      Hallo Michael,
      also wenn ein Maulwurf / Maulwürfe hier unterwegs sind, freue ich mich eigentlich immer – zumal wir viele Wühlmäuse haben, mit denen ich eher Konflikte hatte, weil sie teils die Gemüsebeete unterwanderten (Maulwürfe essen u.a. kleine Mäuse). Ich finde es auch schwierig zu bestimmen, ist es nun ein Maulwurf oder eine Wühlmaus – na gut ich denke sichtbare Gänge deuten auf eine Wühlmaus. Als ich die Obstbäume gepflanzt habe, habe ich kleine perforierte Fotodosen mit Kampfer drin in die Pflanzlöcher gesteckt, das soll Wühlmäuse vergrämen. Maulwürfe haben ja auch eine sehr feine Nase – stinkende Jauchen (aus Holunder, Knoblauch, Thuja …) sollen sie vertreiben. Die Maulwürfe scheinen sich hier eher auf den Rasen zu beschränken, da können sie gern sein. Den Gemüsepflanzen tun sie ja als Insekten-/Kleintieresser nichts. Die Wühlmäuse müssen in den Beeten damit leben, dass ich da durchgrubbere, wenn ich säen will, und ggf. ihre Baue zerstöre 🙁 . Großartig bestohlen fühlte ich mich aber bisher nicht – den Topinambur gönne ich ihnen, sie lassen ja genug übrig 🙂 Vielleicht habt ihr ja auch beide?

      Antworten
      1. Silke Lamla (Beitrag Autor)

        Wenn mensch vom Teufel spricht: heute habe ich zufällig ein Mäuslein erwischt (ich glaube eine Wühlmaus – wegen der relativ kleinen Ohren?).
        Mir fiel noch ein, dass Mäuse (auch Spitzmäuse) sich bei uns meist in den Randbereichen aufhalten – wie auf dem Foto zu sehen – und die Gänge / Mauselöcher in den Beeten schon weniger geworden sind.
        Übrigens habe ich nochmal nach dem Thema „Maulwurfschutz“ gesucht – es ist erschreckend, auf wie vielen Seiten es darum geht, die Tiere loszuwerden. Ich finde das total kurzsichtig. Die gleichen Leute beschweren sich dann noch über Schnecken im Garten, über die sich der Maulwurf wohl auch gefreut hätte 🙁 Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es übrigens auch verboten, Maulwürfe, die zu den besonders geschützten Arten zählen, zu fangen oder, ihnen nachzustellen. Konkret heißt es:

        Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG
        § 44 Schutzvorschriften für besonders
        geschützte Tier- und Pflanzenarten.
        (1) Es ist verboten,
        1. wildlebenden Tieren der besonders
        geschützten Arten nachzustellen, sie zu
        fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre
        Entwicklungsformen der Natur zu ent-
        nehmen, zu beschädigen oder zu
        zerstören,…
        3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild
        lebenden Tiere der besonders geschützten
        Arten aus der Natur zu entnehmen, zu
        beschädigen oder zu zerstören,
        (2) Es ist ferner verboten,
        1. Tiere und Pflanzen der besonders
        geschützten Arten in Besitz oder
        Gewahrsam zu nehmen…
        oder zu be- oder verarbeiten
        (Besitzverbote),…

        Ich freue mich über die Buddler und rate allen, die sich über sie ärgern, sich mit ihrer Lebensweise zu befassen: Verstehen statt Bekämpfen! das hilft meist! 🙂

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Verbinden mit:



Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.