(Fast) bio-vegan Gärtnern und Ackern im großen Stil

Heute waren mein Freund und ich wieder einmal in Kiels Sonnengarten in meinem Geburtsort Ottenstein. Obwohl Gerd Kiel Demeterlandwirt und kein Veganer, sondern Vegetarier ist, hält er schon seit vielen Jahren keine Nutztiere mehr und düngt auch weitgehend ohne ihre Exkremente. Lediglich außerhalb des Gewächshauses kam dieses Jahr 4 Jahre alter Schafmist bei Zucchinis, Kürbissen und diversen Kohlsorten zum Einstatz, weil der Pflanzenkompost nicht ausreiche.

Keine Tierexkremente im Gewächshaus

Im Gewächshaus aber werden nur Kompost und Kräutertees (pflanzliche Präparate) genutzt. Die Fotos zeigen, wie gut diese Nährstoffversorung den vielen Tomatensorten und Gurken bekommt. Auch Auberginen und zahlreiche andere Kulturen fühlten sich sichtbar wohl. Stolz erzählte mir Gerd, dass die schwerste Tomate in diesem Jahr knapp 1,5 kg wog.
Ein Großabnehmer verlange auch schon Gemüse, das nicht mit Tierexkrementen gedüngt wurde. Das macht Hoffnug.

Als ich in diesem riesigen Gewächshaus eine Hummel an einer wilden Malve entdeckte, fragte ich, ob er bei der Bestäubung irgendwie nachhelfen müsse, weil ich gerade eine Doku über Hummeln sah, wo neben dem natürlichen Leben der Tiere gezeigt wurde, wie Hummeln in einer Fabrik für den Versand gezüchtet werden – unter anderem, um Tomaten in Gewächshäusern zu bestäuben. „Nein, das läuft hier ganz natürlich“ antwortete er und zeigte auf die offenen Fenster.

Auch auf dem Acker ohne Mist

Auf den Feldern dürfen zahlreiche Ackerwildkräuter wachsen. „Nur einmal im Jahr wird gepflügt, gesät und geerntet. Sogar die Düngung von Mist und Kompost wird gänzlich eingestellt.“ heißt es auf der Webseite des Sonnengartens.
Die Präparate mit Kuhmist kommen hier in homöopatischen Dosen allerdings schon zum Einsatz, das schreiben die Demeterrichtlinien vor.

Nun freue ich mich schon auf Pellkartoffeln mit Schlangengurken(Soja)joghurt, darauf die Tomatensamen von Ochsenherz, Schwarzer Krim, San Marzano, Zuckertraube und Berner Rose zu sammeln und selbst zu vermehren (denn die Sorten sind alle samenfest).
Und übermorgen hole ich mir noch Getreide – Einkorn, Schilfroggen und Nackthafer, das ohne Nutztiere angebaut wurde – für mehr Freude beim Backen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Verbinden mit:



Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.