Reihenfruchtfolge & Mischkultur praxisnah

Heute wird es zunächst etwas theoretisch: Ich stelle euch einen Auszug meines Gartenplans vor und zeige dann anhand der Arbeiten, die ich übers Pfingstwochenende im Beet verrichtet habe, wie die Reihenfruchtfolge in der Praxis aussieht. Die Überlegungen zur Beetplanung stammen mehr oder weniger aus dem Buch „Gärtnern im Biotop mit Mensch“. Dort wird Bezug genommen u.a. auf Margarethe Langerhorst – die österreichische Pionierin des bio-veganen Gemüseanbaues – mit ihrem Buch „Meine Mischkulturenpraxis“ und auf Gertrud Frank mit ihren Spinatzwischenreihen.

Der Reihenfruchtfolge-Plan

Der Anbau in Reihenfruchtfolge und Mischkultur dient dazu, die Nährstoffe im Boden optimal auszunutzen, Krankheiten vorzubeugen und durch gut gewählte Pflanzennachbarschaften das Wachstum der Kulturen zu verbessern. Ein Blanko-Formular erleichtert mir die Planung. Die Reihen a-ö finden sich draußen als Beetreihen wieder. Unten seht ihr einen aktuellen Ausschnitt, des ausgefüllten Formulars. Als erstes rutscht jede Farbe für die Stark-/Mittel-/Schwachzehrer und die Gründüngung bzw. Mulchwege eine Reihe weiter nach unten. Meist trage ich dann zunächst mit Bleistift ein, was ich wo pflanzen will, weil sich durch Saatgutausfälle, Witterungseinflüsse o.ä. oft Änderungen ergeben. Dabei achte ich darauf, dass sich die Pflanzen untereinander „vertragen“ – hierfür gibt es Mischkulturtabellen.

Mischkulturentabellen

Diese finden sich z.B. zahlreich im Netz. Ich benutze gern die aus dem Buch „Gärtnern im Biotop mit Mensch“.

Fruchtfolge über die Jahre

Die Pflanzen-Reihen rücken jedes Jahr um eine Reihe weiter (Margarethe Langerhorst gibt sogar noch 10 cm dazu – sie hat aber auch mehr Platz als ich): Nährstoffhungrige Pflanzen wie zum Beispiel Kohl oder Kürbis rücken im Folgejahr auf die Gründüngungsreihe, beispielsweise Kleegras, welche durch ihre Wurzelmasse viel Humus und im Falle von Leguminosen viel Stickstoff hinterlassen hat – alternativ, wie in meinem Fall, kommen die Starkzehrer auf einen Mulchweg des Vorjahres, welcher ebenfalls der Humusanreicherung dient. Die Mittelzehrenden – im Beispiel Möhren (l) und Rote Beete (h – noch nicht eingetragen) folgen auf die Starkzehrer, um die restlichen Nährstoffe zu verwerten, und die Schwachzehrer kommen auf die Reihe, in der im Vorjahr die Mittelzehrer standen:Fruchtfolgeplan-AuszugDamit ich die farblich markierten Pflanzreihen auf dem Beet schnell zuordnen kann, habe ich mir keramische Spieße in denselben 4 Farben gemacht (zu sehen in der Bildergalerie unten).
Weitere Notizen in dem Plan sind z.B. „kom“ für Kompostgabe, „ABS“ für Ackerbohnenschrot-Zugabe oder Aussaat-Zeitpunkte (EIV für Ende April). Hinzu kommen dann noch (+) für gelungen und (-) für mißlungen.

Fruchtfolge im Jahresverlauf (in der Reihe)

Auch in der Reihe wechseln sich die Kulturen im zeitlichen Verlauf des Jahres ab: Im Frühjahr kann als Vorfrucht z.B. noch eine Gründüngung vom letzten Herbst auf der Beetreihe stehen, es kann auch eine schnell wachsende Gründüngung, wie Senf oder Phazelia auf die Hauptreihe und Spinat in den Zwischenreihen angesät werden. Kulturen die schnell wachsen und früh geerntet werden, wie z.B. Salate oder Radieschen können nach der Ernte noch durch Herbstaussaaten (Nachfrüchte) wie Feldsalat oder Herbstrüben ersetzt werden.

Zwischenreihen

Das erste Bild zeigt die vorbereiteten Zwischenreihen für die Spinateinsaat im Jahr 2012, das zweite zwei Spinatreihen mit jungen Zuckererbsen als Hauptkultur in der Mitte. In diesem Jahr hatte ich Pech mit dem Spinat-Saatgut, daher gibt es nur zwei Pflücksalat-Zwischenreihen für die Rote-Beete-Hauptreihe.

Reihenfruchtfolge in der Praxis (auf dem Beet)

Ende Mai sieht die Arbeit in den Reihen „e-n“ vom obigen Plan dann so aus:

Und so sah mein Fruchtfolgeplan noch 2011 aus 😉
Für die nächsten Jahre überlege ich, einen Plan für die schattigeren Beete zu machen mit Lauch, Bohnen, Kohlrabi u.a. und einen Plan für die sonnenhungrigen Gemüsesorten.

Nun bin ich natürlich neugierig, wie eure Anbaugestaltung aussieht. Was unternehmt ihr, um Krankheiten vorzubeugen und um die Nährstoffe optimal auszunutzen?

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