Scharbockskraut – Automatikmulch und Insektenweide

Scharbockskraut

Zum ganz frühen Grün, das – oft an Waldrändern – den Boden bedeckt gehört das Scharbockskraut. In einem Waldgarten kann es gezielt angesiedelt werden um Boden und Bodenleben vor Austrocknung zu schützen. Leider ist es nur eingeschränkt essbar.

In unserem Garten fühlt sich das gelb blühende Scharbockskraut in der „Waldrandzone“, die den Winter über mit Laub bedeckt war, so richtig wohl. Im Frühjahr ist selbst in unserem Sandboden noch genug Feuchtigkeit – die mag das Scharbockskraut. Schon früh im März blüht es zusammen mit den Kornelkirschen. Die unzähligen Blüten sind eine willkommene Nektarweide für zahlreiche Insekten. Obstbäume und -sträucher erhalten zudem eine lebendige Decke, die den Boden beschattet und vor Austrocknung schützt. Erdbeeren, Rhabarber, Beinwell, Liebstöckel und diverse andere Stauden scheinen kein Problem zu haben, durch das niedrige Grün-Gelb hindurch zu wachsen. Im Mai bildet das vergangene Kraut dann eine flache Mulchdecke und die Brutknöllchen haben sind in den Blattachseln entwickelt und sind zu Boden gefallen, um im nächsten Jahr selbst zu einer Pflanze zu werden. Das alles geschieht quasi automatisch, ohne säen oder pflanzen. Aus den Gemüsebeeten war das Kraut bisher leicht fern zu halten.

Scharbockskraut-Bildergalerie: Vom Lebendmulch zur Mulchschicht

Essbar oder giftig?

Für uns Menschen ist das Kraut zu Ernährungszwecken leider eher ungeeignet, da die meisten Teile der Pflanze giftig sind, mit Ausnahme der jungen(!) Blätter, die sehr reich an Vitamin C sind. Sie können vor der Blüte geerntet werden – allerdings nur in Maßen, denn auch hier ist Vorsicht geboten: Keinesfalls sollten sie stechend-bitter und scharf schmecken, denn dann wurde bereits das Gift Protoanemonin gebildet, was auch vom Standort der Pflanze abhängt (… mehr hierzu). Das Trocknen der Blätter soll die Giftwirkung beseitigen.

Ergänzende essbare Bodendecker und Stauden

Auf einigen Baumscheiben versuche ich deshalb gerade ergänzend Winterpostelein, Feld- und Asiasalat anzusiedeln, indem ich bald samentragende Pflanzen dorthin umgesetzt habe. Das schmeckt im Frühjahr sehr lecker zusammen mit den ersten Wildkräutern. Weiße Monatserdbeeren oder Walderdbeeren ergänzen sich ebenfalls gut mit dem Scharbockskraut und eben die verschiedenen Kulturerdbeeren, Mulchpflanzen, Blumen und (Wild-)Kräuter.

Offene Fragen

  1. Welche essbaren Bodendecker, die eine ähnliche Funktion im Permakulturgarten übernehmen könnten, wie das Scharbockskraut, kennt ihr?
  2. Scharbockskraut im Gemüsebeet zulassen? Wäre es auch einen Versuch wert, in den Lebendmulch zu säen? Vom Spinat heißt es, dass die enthaltenen Saponine die Nährstoffaufnahme benachbarter Kulturen fördert – nun Saponine enthält Scharbockskraut auch …
  3. Kann es eigentlich vorkommen, dass nicht nur Nährstoffe, sondern auch die Giftstoffe sich über die Wurzeln auf eine andere Pflanze (z.B. die Erdbeeren) übertragen?

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