Feuerbohnenwurzeln überwintern und auspflanzen

feuerbohnenwurzeln

Jetzt ist die Zeit, Feuerbohnenauch Käfer- oder Prunkbohnen genannt – anzubauen, sei es aus Samen oder aus Wurzeln. Seit 2011 etwa essen wir Feuerbohnen von ein und denselben Pflanzen, deren Wurzeln wir über den Winter im kalten dunklen Keller in unserer sandigen Erde feucht einlagern. Am liebsten haben wir die jungen grünen Bohnen, aber auch die rosa Samen in der Milchreife.
Nun lese ich oft, dass es weniger Arbeit mache, die Bohnen aus Samen zu ziehen, als die Feuerbohnenwurzeln zu überwintern, oder dass das Überwintern kaum Vorteile bringe. Ich sehe durchaus einige Vorteile, die ich in meinem heutigen Beitrag aufzeigen will.
Anschließend zeige ich, wie wir Feuerbohnen anbauen, ihre Ranken aufleiten, in welchem Zustand wir sie ernten, wann wir die Wurzeln im Herbst einlagern und sie im Frühjahr wieder hervor holen und eingraben. Dazu gibt es ein paar interessante Beobachtungen rund um die Feuerbohnen und veranschaulichende Bildergalerien

Vorteile der Wurzelüberwinterung

Geringere Krankheitsgefahr

Als ich die Bohnen aus Samen zog, hatte ich häufig schon in der Keimlingsphase Probleme mit Krankheiten. Ob es nun die Maden der Bohnenfliege waren oder einfach eine zu geringe Keimtemperatur, kann ich nicht sagen. Bei den Wurzeln gibt es diese Probleme nicht, sie sind sehr robust. Erst seit letztem Jahr beobachte ich partiellen faserigen Verfall an Wurzelteilen; eine ist diesen Winter komplett zerfallen. Vielleicht liegt es daran, dass ich sie entgegen jeder Empfehlung 2 Jahre nacheinander (2015/16) auf demselben Platz stehen hatte. Aber sonst sind sie durchweg gesund, auch die Pflanzen. Eine von ihnen macht eine amüsante Stängelmutation, die aber keine Ertragseinbußen zur Folge hat – eher im Gegenteil. Aus Sorge dass der Zerfall dieses Jahr schlimmer ausfiele, habe ich in der zweiten Aprilhälfte einige neue Pflanzen herangezogen. Als ich die Wurzeln hervor holte, stellte ich fest: Es wäre wohl nicht nötig gewesen.

Kein Saatgutbedarf – besserer Ertrag

Wer Saatgut gewinnen will, sollte gleich die ersten Bohnen ausreifen lassen. Dem gegenüber steht der Wunsch nach hohem Ernteertrag, der wiederum erfordert, dass möglichst regelmäßig schon die jungen Bohnen abgenommen werden, damit die Pflanze angeregt wird, immer weitere Blüten zu bilden und Bohnen ausreifen zu lassen.

Gleiche Ernte bei weniger Pflanzen

Das klingt vielleicht erst einmal komisch, aber je dicker die Wurzeln werden, um so mehr Sprosse treiben sie aus, so dass ich statt 5 Samen um jede Bohnenstange zu legen nur eine Wurzel an jeder Stange einzugraben brauche.

Vorgehensweise Schritt für Schritt

Aussaat- bzw. Auspflanzzeitpunkt und Standort

Wer noch keine Wurzeln hat, kann jetzt die Feuerbohnensamen direkt ins Beet legen (Ende April-Anfang Mai): ~5 Bohnen pro Bohnenstange. In kühleren Lagen (oder Zeiten wie in diesem Jahr) kann es sinnvoll sein, bis Mitte Mai zu warten. Ich pflanze meine Wurzeln je nach Temperaturaussichten Mitte bis Ende April und mulche anschließend das Beet.

Ende April 2017 im veganen Garten:

Wegen ihrer Schatten werfenden Höhe integriere ich die Feuerbohnen nicht in die Mischkulturreihen, sondern baue Ihnen gern ein Tipi aus circa 3 Meter langen dicken Ästen. Bewährt hat sich außerdem, einige Wurzeln in die Rabatten unterhalb unseres Kirschbaumes zu pflanzen und die Bohnenranken an dicken Baumwollseilen zu dessen Ästen zu leiten. Überhaupt spanne ich ihnen gern Schnüre quer durch den Garten oder von Baum zu Baum, gerade da entlang wo noch Licht hinkommt.

Als Standort wähle ich sonnige bis halbschattige Stellen, und den Boden versorge ich mit mildem Kompost aus Grünschnitt und holzigen Gartenabfällen. Stickstoffreiche Gaben brauchen sie nicht, den produzieren sie ja selbst und können benachbarten Pflanzen wie Mais, Topinambur oder Kürbis noch davon abgeben.

Mischkultur

Früher habe ich die „drei Schwestern“ Feuerbohnen, Mais und Kürbis zusammen als Milpa angebaut, wobei ich auch hier das Tipi integriert habe, anstatt sie am Mais empor ranken zu lassen. Denn normalerweise werden dazu Stangenbohnen genommen, die nicht ganz so hoch wachsen. Zuletzt habe ich gute Erfahrungen mit Topinambur auf der Schattenseite gemacht. Er wächst auch bis zu 3 Meter hoch und hat gut Knollen angesetzt, die sich teils sogar mit den Bohnenwurzeln verschlungen haben.

Feuerbohnenwurzeln überwintern

Im Herbst wenn die Bäume ihr Laub abwerfen, jedenfalls bevor der Boden friert, können die Wurzeln dann wieder ausgegraben werden. Die noch grünen Ranken schneide ich etwa 20 cm über der Wurzel ab und setze sie in eine Zinkwanne. Auf die Wurzeln gebe ich anschließend sandige feuchte Erde, so dass die Triebe noch oben raus schauen. Im Keller wird die Wanne locker mit Folie abgedeckt, so dass noch Luft darunter kommt, aber die Feuchtigkeit nicht zu schnell verdunstet. So muss seltener nachgewässert werden (2-3 mal).

 

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