Sandboden-Gemüse?! Was geht und wie?

Sandboden-Gemuese

In den kalten Tagen habe ich überlegt, wie ich es dieses Jahr mit dem Gemüseanbau auf unserem Sandboden angehe, um Misserfolge aus vorigen Jahren zu vermeiden. Was wächst denn nun wirklich gut oder zumindest einigermaßen auf unserem Geestboden*? Welche Massnahmen zur Bodenverbesserung gibt es, die vom Arbeitsaufwand her vertretbar sind? Was muss bei der Kulturpflege beachtet werden?

* Geest leitet sich von dem Adjektiv gest ab, was soviel bedeutet wie „trocken“, „unfruchtbar“.

Sandboden – Vor- und Nachteile

Sandboden

Unser Maulwurf zeigt, wie Zuckersand oder Geesterde aussieht.

Sandboden lässt sich zwar leicht bearbeiten: Beikräuter sind schnell heraus gezupft, es braucht nicht viel gegraben, stattdessen oft nur gegrubbert zu werden, auch erwärmt er sich schneller als Lehmboden, jedoch hält er Wasser und Nährstoffe nur schlecht und trocknet im Sommer schnell aus. Besonders die schnell löslichen Nährstoffe werden leicht ins Grundwasser ausgespült, wenn keine Humusschicht da ist, die sie auffängt.

Im Internet sind viele Stauden, Bäume und Kräuter zu finden, die mit Sandboden zurecht kommen – sicherlich: ein Garten mit nährstoffarmem Boden kann (und soll) sehr artenreich sein. Hier soll es aber darum gehen was im Gemüsebeet mit halbwegs vertretbarem Aufwand angebaut werden kann.

Maßnahmen zur Sandboden-Verbesserung

Kompostgabe und Düngung

Starkzehrer wie hier der Spitzkohl „Ersteling“ erhalten Kompost, Bentonit, Ackerbohnenschrot und Algenmehl. Sobald die Pflanzen groß genug sind, werden sie gemulcht.

Nun mag es Menschen geben, die die Kraft und Möglichkeiten für einen Bodenaustausch haben – ob das eine gute Lösung ist sei dahin gestellt. Ich habe es die letzten Jahre mit gängigeren Methoden zur Sandbodenaufwertung versucht: Kompost- und Bentonitgaben sind eine Möglichkeit zur Verbesserung des Wasserhaltevermögens und der Nährstoffspeicherung. In meiner Keramikwerkstatt fallen zudem Tonreste an, die ich gern in die Beete streue. Eine Mulchauflage aus Pflanzenresten, Laub, Nadeln, Rasenschnitt schützt den Boden und seine Bewohner vor Austrocknung und dient ebenfalls der Humusanreicherung. Ich habe eigentlich nie genug Mulch in unserem kleinen Garten, trotz der vielen Laub- und Nadelbäume.

Überall wo es freie Flächen gibt, kann eine Gründüngung ebenfalls den Boden verbessern. Auch sie dient der Anreicherung von Humus, durch ihre Wurzelmasse und dem aus ihr gewonnenen Mulch oder Kompost. Bei ein- bis mehrjährigem Anbau von Leguminosengras kann sich der Boden gut ausruhen, Stickstoff anreichern und Humus bilden. Der Aufwuchs kann öfters als nährstoffreicher Mulch für die übrigen Beete geschnitten werden. Soll dann wieder ein Beet auf der Fläche entstehen, kann sie gemäht oder gesenst und über einen längeren Zeitraum dick gemulcht werden, bis die Wurzeln und das Kraut sich in humose Erde verwandelt haben.

Sandboden ist natürlicherweise eher sauer, also sollte etwas Kalk gegeben werden (der pH-Wert im Gemüsebeet sollte bei Sandböden nicht unter 5.5 liegen). Das habe ich am Anfang nicht so ernst genommen und hatte dann beispielsweise Blütenendfäule an Tomaten. Ich habe zuletzt Grünkalk verwendet (Dolomit), das ist ein kohlensaurer Magnesiumkalk (30% MgCo3).


Sandboden verbessernAuf dem Foto ist zu sehen, dass ohne Kompostgabe (links) das Wasser gar nicht tief in den Boden eindringt. Oberflächlich sieht die Erde zwar nass aus, nachdem ich eine Spur mit dem Finger gezogen habe, kam aber trockener Sand zum Vorschein. Rechts dagegen scheint der Boden, nachdem Kompost eingearbeitet wurde, durchtränkt.


Was gibt es noch zu bedenken?

Pflanzenwahl, Standort und Pflanzzeit.

Meine Erfahrungen nach 6 Jahren Gemüse-Sandgärtnern in Reihenfruchtfolge und Mischkultur: alles, was früh im Jahr in die noch feuchte Erde gesät wird, hat ganz gute Chancen nicht gleich zu schießen (Radieschen, Salat, Kohlrabi …), also am Besten spätschießende oder besser gar nicht schießende Pflanzen wählen. Freilandaussaaten im Sommer werde ich zukünftig vielleicht unterlassen – oder Jungpflanzen setzen. Eine Idee wäre auch, die trockenheitsempfindlichen Pflanzen an (halb)schattigere Standorte zu setzen, sofern sie etwas schattenverträglich sind (z.B. Blattsalate, Kohlrabi, Erbsen und Bohnen), also nicht die Südländer (Tomaten, Kürbis, Zucchini u.ä.), die bekommen die Sonnenplätze.

Feuerbohnen

Feuerbohnen versorgen sich selbst mit Stickstoff.

Düngen und Wässern

Für den nährstoffarmen Boden kann entweder Gemüse gewählt werden, das wenig Nährstoffe braucht, also die sogenannten Schwachzehrer. Mittel- und Starkzehrer hingegen sollten mit veganen Düngern versorgt werden, die nicht so leicht löslich sind. Geeignet wäre zum Beispiel Ackerbohnenschrot. Wenn eine Düngung mit leicht löslicher Pflanzenjauche oder verdünntem Urin gegeben werden soll, dann nur bei guter Humusversorgung und nicht so viel auf einmal (lieber öfters und wenig). Susanne Heine erklärt hier, wie sie eine Pfllanzenjauche – insbesondere aus Beinwell und Brennesseln – für ihren bio-veganen Garten herstellt.

Eine Möglichkeit, Starkzehrer wie Zucchini und Kürbisgewächse gut zu versorgen ist mein „Sandwichmulch“, den ich hier beschrieben habe.

Hilfreich finde ich außerdem ein gutes Bewässerungssystem. Ich habe mir inzwischen ein 1000-Liter-Regenauffangbecken und eine Tauchpumpe mit Schlauch und Brause angeschafft. Die Brause bewässert langsam wie ein leichter Regen, so hat das Wasser mehr Zeit, den Boden zu durchtränken und läuft nicht durch das nächste Mauseloch in den Untergrund.

Welche Gemüsesorten wachsen gut, welche nicht?

Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit:

  • Feuerbohnen, die ich als Wurzel überwintere (siehe mein Artikel hierzu).
  • Busch- und Stangenbohnen
  • Zuckererbsen
  • Mangold
  • Winterheckenzwiebeln
  • Asiasalat
  • Feldsalat
  • Topinambur,
  • Pflücksalat (frühe Aussaat)
  • Kohlrabi (teils gut teils weniger gut)
  • Wildtomaten
  • Erdkirsche / Ananaskirsche
  • Spargel
  • Helgoländer Wildkohl
  • Rauke Esmee
  • Winterpostelein
  • Zucchini (bei guter Humusversorgung und Düngung)
  • 2016: Gurke (Persika)

Mittelmäßige Erfahrungen:

  • Wurzelgemüse, bei dem die Wurzeln überwiegend klein ausgefallen sind: Möhre, Rote Beete, Winterrettich, Schwarzwurzeln, Kartoffeln
  • Kopfsalat
  • Radieschen (nur ganz frühe – spätere Aussaaten schießen)
  • Tomaten (etwas wenig Fruchtansatz)
  • Spitzkohl Ersteling
  • Zwiebeln, Knoblauch und Schalotten (relativ klein)
  • Wilde Rauke
  • Mais – Bantam (kleine Kolben)
  • Kürbisse (Hokkaido – wenig Fruchtansatz)
  • Gurke (Tanja)

Schlechte Erfahrungen machte ich mit:

  • Sellerie (kaum Knollen, aber schönes Grün)
  • Lauch (dünne Stängel)
  • Chicoree
  • Knollenfenchel
  • Haferwurz
  • Pastinake

Was ich noch ausprobieren will:

Magentaspreen, Mairübe, Möhre (diesmal eine die für Sandboden geeignet ist: Fine), Schnittknoblauch, Grünkohl und was ihr mir in den Kommentaren noch an Tipps gebt 🙂

Welcher Gründünger wuchs bisher gut, welcher schlecht?

Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit:

Winterwicke / Zottelwicke

Winterwicke / Zottelwicke

  • Buchweizen
  • Gelbsenf
  • Phazelia
  • Seradella (im „sauren Beet“ bei den Heidelbeeren)
  • Weißklee wächst bei uns von allein im Rasen

Mittelmäßige Erfahrungen:

  • Winterwicke (gut bei ausreichend Humus und Feuchtigkeit)

Schlechte Erfahrungen:

  • Rotklee (blieb bei einer Kleegrasmischung aus),
  • Esparsette (obwohl für Sandboden empfohlen, vermutlich zu wenig Kalk/Wasser)

Gründüngerpflanzen, die für trockene (leichte) Standorte empfohlen werden:

Leguminosen: Seradella (leichte Böden, feucht), Steinklee (alle), Hornklee (kalkhaltig, trocken), Esparsette (kalkhaltig, trocken), Luzerne (tiefgründig, kalkreich, trocken).

Gräser sorgen in Kombination mit den Leguminosen dafür, dass der Stickstoff, den diese bilden, nicht so leicht ausgewaschen wird. Hier kommen für trockenere Böden in Frage: Schafschwingel, Rotschwingel, Wehrlose Trespe, Knaulgras oder Glatthafer. (Quelle)


Wenn ihr in einem Punkt anderer Meinung seid, mit einzelnen Kulturen auf Sandboden andere Erfahrungen gemacht habt, teilt das doch bitte im Kommentar mit. Ich freue mich natürlich auch sehr, allgemein von euren Erfahrungen mit Sandboden zu lesen und über Tipps, was ich noch gut anbauen könnte, besonders noch später im Jahr.

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22 Kommentare

  1. Prunus arenarium

    Meine Erfahrungen auf Sandboden:

    Kartoffeln pflanzen ist zugleich eine wirksame Methode der Bodenverbesserung! Auf trockenheitstolerante und zugleich Fäule-resistente Sorten achten, bei mir hat sich ‚Lady Balfour‘ in jeder Hinsicht bewährt. Die bis jetzt gelagerten Kartoffeln stecke ich in einigen Tagen (nach den Eisheiligen) wieder in den Boden – in das nächste Beet: Dreifelder-Fruchtwechsel. Die Kartoffeln mit ihrem feinen ausgreifenden Wurzelgeflecht verwerten jede Art des Komposts.

    Bei der Gründüngung habe ich mit Serradella gute Erfahrungen gemacht, noch bessere mit blauen Lupinen – sie sind für mich die Grundlagenpflanze der Bodenverbesserung durch Gründüngung. Beide zusammen habe ich zeitig im März ausgesät. Dazwischen habe ich noch Leinkraut und Tagetes gestreut. Das ergibt einen gut feucht gehaltenen, mit Stickstoff angereicherten (Schmetterlingsblütler) und fein durchwurzelten Boden. Im Sommer würde ich auf Sand keine Gründüngung neu aussäen, es sei denn ich könnte täglich flächendeckend gießen.

    Da ich zuverlässig bisher nur am Wochenende gießen kann, musste ich auf den Gemüseanbau bisher verzichten, aber plane eine Tröpfchenbewässerung mit Zeitschaltuhr.

    Sauerampfer wächst in meinem Garten sogar wild. Es gibt Saatgut, das ähnlich wie Spinat ausgesät wird und viele Salatschüsseln voll Sauerampfer-Ernte einbringt.

    Johannisbeeren in der Sonne und Stachelbeeren eher etwas halbschattig (Beerensträucher müssen in den ersten beiden Jahren gut gegossen werden; immer mulchen; diese Flachwurzler brauchen stets Feuchtigkeit direkt unter der Mulchschicht) sind bei mir trotz Sommer-Trockenstress gut angewachsen.

    Kirsche wächst gut (ich habe eine übernommen), mit der Sauerkirsche hatte ich Pech und habe gelernt: es gibt Trockenheits-geeignete Unterlagen (Steinweichsel oder Maxma14 oder wurzelecht), an aktuellen Sauerkirsch-Sorten für den Garten ist Morina am besten, die kommt ohne Gift aus (Sorten mit Schattenmorelle als Eltern unbedingt meiden; die gängigen Unterlagen Gisela, Piku und Vogelkirsche haben auf ärmeren Sandboden nichts zu suchen).

    Wer Äpfel oder Birnen für den Frischverzehr pflanzen will, kommt um Bodenverbesserung durch Bodenaustausch nicht herum! Es gibt einige gut für Sandböden geeignete Sorten, aber damit sie ihr Aroma zuverlässig ausbilden können, brauchen sie genug Nährstoffe und das Wasser, das diese transportiert.

    So schlimm ist ein Bodenaustausch gar nicht. 3 Kubikmeter Mutterboden – das sind ungefähr 35 Schubkarren voll im kleinen Container – kosten ca. 100€, dieselbe Menge Lehm VB 70€ inkl. Transport, zzgl. MWSt. – Wieviel Säckchen Bentonit-Lehmkugeln
    gibt es für 70€ und was bewirkt ihr Ausstreuen auf Sand wirklich? Aber eine Schicht Lehm unter dem Beet oder Pflanzloch sorgt dafür, dass der Humus nicht mehr ausgewaschen wird und in die Tiefen des Sandbodens entschwindet.

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    1. Silke Lamla

      Hab vielen Dank für deine Erfahrungen und Tipps!

      Die spätreifende „Lady Balfour“ wird tatsächlich beschrieben als robust/ resistent gegen diverse Krankheiten und auch geeignet für ärmere Böden. Reizvoll 🙂

      Bestätige: Der milde Salatsauerampfer wächst bei mir schon lange mehrjährig wie verrückt (eine Staude). Geht schnell in Blüte, die ich ausschneide. Ich esse allerdings nur wenig junge Blättchen davon.

      Bodenaustausch kommt sicher für manche in Frage. Bei uns wäre es etwas problematisch, da zum einen keine größere Ladung aufs Grundstück gekippt werden kann (es ist nicht zu befahren), und weil dann auch Sandboden abtransportiert werden müsste. Bentonit verspricht bei geringerer Menge ein höheres Wasserhaltevermögen als Lehm.
      Dann frage ich mich noch, ob die feineren Lehmteilchen (auch Bentonit) – feiner als Sand – nicht mit der Zeit nach unten ausgewaschen werden.

      Nun zum Obst (das wäre eigentlich was für einen Extra-Artikel):

      Unser übernommener Apfelbaum gedeiht hier gut. Die Ursprungssorte trägt fast gar nicht, aber die von mir aufveredelten Sorten tragen alle gut. Ich führe das darauf zurück, dass mit den Pflanzungen unterhalb des Baumes und in den angrenzenden Beeten immer wieder neue Nährstoffe & Humus durch Kompostgaben hinzu kommen.

      Das mit den Unterlagen, die besser für Sandböden geeignet sind, habe ich auch gelesen. Bedauerlich finde ich, dass auf den Websites der Baumschulen – die ich angesehen habe – so wenig darüber berichtet wird, und dass aus den Beschreibungen der Obstsorten meist nicht hervor geht, für welche Böden die Unterlage oder auch die Sorte geeignet ist. Also am besten genau nachfragen vor dem Kauf.
      2 Sauerkirschen die extra für Sandboden von meiner Vorgängerin gekauft wurden tragen reichlich, sind aber kleinfrüchtig und nicht so mein Fall – aber für die Vögel toll. Sie lenken auch etwas von den anderen Beeren ab. Ich habe auch eine Schattenmorelle gepflanzt und warte noch darauf, dass der relativ junge Baum trägt :/ … zumindest wäre sie für Morina als Befruchtersorte gut – blühen tut sie ja wie verrückt.Nächstes Mal, weiß ich es dank deiner Tipps besser 🙂

      Die doppelte Hauszwetschge (Unterlage Inra 2) habe ich entfernt wegen Monilia. Die St. Julien Unterlagen bzw. Pflaumen allgemein mögen es wohl eh gern feuchter / schwere Böden. Ich habe dennoch mehrere Sorten, die z.T. noch mit umgezogen sind von meinem Lehmacker. Sie tragen nur wenig, sind anfällig für Monilia, aber lecker.

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    2. Klaus Hoffmann

      Ich kann das mit den Kartoffeln im Sandboden nur bestätigen .Im Laufe der Jahre habe ich es mit allen Sorten probiert , die zur Pflanzzeit der Aldi im normalen Kartoffel-Angebot hatte .  Sogar die behandelten haben gekeimt  und gut getragen .Mit dem Bodenaustausch hatte ich keine guten Erfahrungen -alles sackt mit der Zeit weg -mein Sand ist wie Wasser.Ärgerlich ist , dass die Sandkörner sich beim Bewässern oben dicht  zusetzen -deshalb mit Rindenmulch  arbeiten .

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      1. Prunus arenarium

        Hallo Klaus,

        mein Garten liegt auf einer Moräne, der Sandablagerung am Rand eines Gletschers (heute ein „Fließ“ im Norden Berlins). Dieser Sandrücken heißt hier Steinberg oder Kreuzberg, in Norddeutschland wäre es eine Geest. Unter einer dünnen mageren Humusschicht von 10-15 cm, liegt der Sand viele Meter tief und seit der letzten Eiszeit völlig unberührt. Das ist die Streusandbüchse.

        Bodenaustausch bedeutet bei mir, dass ich den Sand unter der Humusschicht mind. 1 Meter tief ausgetauscht habe: Zuerst den Sand abgefahren und danach eine Schicht Lehm drunter gelegt, damit der neue Humusboden (aus der Kompostieranlage) nicht gleich wieder ausgewaschen wird. Bisher sieht es so aus, als funktioniere es. Ich habe mir das ohne Vorbild selbst ausgedacht und im größeren Stil gemacht (Kubikmeterweise mit Containern).

        Die meisten Nachbarn verstehen das nicht mehr und finden es komisch, dass ich so viel mit dem Spaten gegraben habe. Wenn es ein Gerät ähnlich wie ein Rasenmäher dafür gäbe oder einen Roboter, dann könnten sie sich damit anfreunden. Aber selber tagelang mit dem Spaten graben? Sie selbst fahren mit ihren PKWs jährlich kleine teure Portionen Baumarkttorf an und Grünschnitt/Kompost wieder ab. (Ökologie und Kleingarten sind 2 Parallelwelten, die sich gegenseitig ignorieren, und der größte Vollpfosten wird Gartenfachberater…)

        Andere Nachbarn wissen noch, dass viele Beete in früheren Zeiten auf ähnliche Weise entstanden sind (die Kleingartenanlagen hier sind 80-100 Jahre alt). In meinem Garten liegt so älterer Abschnitt, in dem auch der Apfelbaum steht und ich mit dem Kartoffelbeet gut starten konnte. Mein Resümee:

        Wenn gewachsener Humusboden bis in 60 oder 80 cm Tiefe anliegt, wird nicht sooo viel ausgewaschen, dass – wie bei Dir – von einem Absacken des Humus im Sand die Rede sein könnte.

        Allerdings muss ich mit Mulch (davon wächst auf armen Sandboden immer viel weniger, als gebraucht wird!) und Gründüngung noch viel stärker hinterher sein, um diese Humusbodenflächen zu pflegen und dauerhaft am Leben zu erhalten. Dazu fehlt mir öfters mal der Antrieb, und dann schreibe ich lieber Beiträge wie diesen hier.

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        1. Klaus Hoffmann

          Ich probiere das mal mit dem Unterlegen von  Lehm !Vor ca. 25 Jahren hatte ich das mal gemacht vor dem Einpflanzen  eines Nussbaumes- doch ein Meter war wohl zu tief . Ich vermute mal , dass der Sand von der Seite sich beidrückt .Auf alle Fälle ist unser Sandboden fruchtbar, das bedeutet , dass grundsätzlich alle Sandwüsten dieser Erde nutzbar sind , Wasser vorausgesetzt !Sollte es irgendwann mal möglich sein , preiswert Süßwasser aus Meerwasser zu gewinnen , wären alle Küstenwüsten In Südamerika  und Afrika  für die Nahrungsmittelproduktion geeignet .

           

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  2. Jessica

    Hallo!

    Erstmal ein Dankeschön für die schönen Erfahrungsberichte und Tipps hier!

    Ich habe gute Erfahrungen mit der Gemüsezwiebel Aisla Craig auf Sandboden gemacht. Ich habe Grünschnitt-Kompost in der vorgegebenen Menge aufgebracht und etwas Gesteinsmehl und Algenkalk. Die Pflänzchen habe ich selber vorgezogen und mit einer Länge von ca. 8-10 cm erst Ende Mai ausgepflanzt. Gegossen wurden sie ca. 1-2x die Woche, auch mal gar nicht. Und immer mal gehackt für die Durchlüftung. Es sind schön kräftige Gemüsezwiebeln geworden. Ich hatte auch darauf geachtet, Saatgut von Dreschflegl zu besorgen, dass von einem Gärtner stammt, der ähnlichen Boden hat! Das war ggfs. sehr hilfreich.

    Mairübchen probiere ich zur Zeit aus. Sie sind zumindest, anders als natürlich Möhren 😉 , sehr schnell aufgelaufen und die Reihe war gleich gut zu erkennen. Ich werde zukünftig auch nur noch vorziehen (außer Mairübchen-wenn sie gut gedeihen und Spinat Matador und Mangold-damit habe ich bei früher Saat gute Erfahrungen gemacht), damit ich die Reihen gleich erkennen und wegen hohem Beikrautdruck, dazwischen harcken kann. Ich weiss nur noch nicht, wie gut mir das bei Möhren gelingt.

    Knoblauch (aus Frankreich) hatte ich im Herbst gelegt, er entwickelt sich jetzt sehr gut.

    Einen lieben Gruß,

    Jessica

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    1. Silke Lamla

      Hab vielen Dank für deine Erfahrungen Jessica.

      Auf den Trick, mir bei Dreschflegel die Standorte der AnbieterInnen anzusehen, war ich auch schon gekommen. 🙂

      Mairüben hatte ich letzes Jahr auch. Ich hätte sie besser auslichten sollen, dann wären sie sicher auch etwas größer geworden. Die großen Blätter waren bei den Kohlmotten beliebt, die wiederum bei Heupferden beliebt zu sein scheinen 😉

      Die Möhrensamen bekommen bei mir etwas Kokossubstrat als Unterlage, weil zu nährstoffreiche Erde die Keimung hemmen soll – sie stehen auf der Mittelzehrerreihe. Das hält auch etwas die Feuchtigkeit und hat dies Jahr wieder gut geklappt. Gekrautet habe ich dicht an den zarten Pflänzchen mit so einer Jätefaust oder auch vorsichtig gezupft.

      Zwiebeln und Knovi blieben bei mir bislang eher klein, mit genügend Grünschnittkompost und Bewässerung hatte ich aber auch schon stellenweise Erfolg. Der Knovi sieht vom Grün her dieses Jahr auch gut aus, Zwiebeln solala – etwas geknickt vom Vlies – bin gespannt …

      Fröhliches Garteln!

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  3. Klaus Hoffmann

    Auch ich habe Sandboden , der Anfang des 20.Jht. bei uns abgebaut  wurde für die Schulkinder , die damals mit den Sanddöschen ihre Tinte getrocknet haben .Bei starker Trockenheit  perlt das Wasser ab ,mache ich Kulen , dann setzt sich der Sand zu , wird oben hart  und unten bleibt er trocken.Nichtsdestotrotz ist der Sand fruchtbar : die Kartoffeln wachsen hervorragend ,insbesondere ,wenn ich die Pflanzen mit Grasschnitt abdecke .Am liebsten arbeite ich mit der Sense , weil es mit den langen Grashalmen noch besser funktioniert . Nur ganz frühe Radieschen „schießen “ nicht , Meerrettich wächst schlecht  und Rhabarber  überhaupt nicht .Reben wachsen gut bei starker Düngung .Schwarze , rote und weiße Johannisbeeren wachsen leidlich bei starker Abdeckung mit Grasschnitt. ( die schwarzen Johannisbeeren vertragen die intensive Sonneneinstrahlung nicht ) .Über meine 50 Obstbäume möchte ich ein eigenes Kapitel schreiben ,nur ein kleiner Tipp vorweg für meine Vorredner : Die Ludwigs frühe Sauerkirschen sind die einzigen die auf Sandboden problemlos wachsen .Sie sind etwas kleiner als die Schattenmorellen , dafür aber süßer .Edelkastanien  und Maulbeeren lieben auch meinen Sand . Birnen , Süßkirschen könnt ihr vergessen .Nancy Mirabelle und Quitten gerade noch hinnehmbar .Weinbergspfirsich  wachsen sehr gut , bei den Pflaumen kann ich nur die Eierzwetschge : Magna Glauka empfehlen.Sorry , jetzt habe ich doch über die Obstbäume schon geschrieben

    Antworten
    1. Silke Lamla

      Besten Dank für deinen Erfahrungsbericht – auch über das Obst, Klaus.
      Beim Rhabarber scheint es auch auf die Sorte anzukommen. Ich habe eine rotschalige grünfleischige, die sich prima macht, auch über mehrere Jahre an einer Stelle (bei guter Humusversorgung und Düngung). Andere zugekaufte Sorten mäkelten vor sich hin. Johannisbeeren machen sich sehr gut, nur die weiße Versailler ist etwas kleinfruchtig, schwachwüchsig. Leider kenne ich die Sortennamen der roten und schwarzen nicht, beide tragen aber reichlich.
      Maulbeeren muss ich mir merken … hätte ich nur mehr Platz … 50 Obstbäume – ein Traum 🙂

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      1. Klaus Hoffmann

        Leider findet man fast nur schwarze Maulbeerbäume  im Angebot .Die Maulbeerbäume mit weißen Früchten sind besser -die Früchte süßer und die Vögel fressen auch lieber die schwarzen Früchte .Alle Obstbäume sollten eine große Baumscheibe haben mit Giessrand .Einmal pro Woche 100 Liter Wasser pro Baum reicht ,selbst bei großer Hitze .Mit Grasschnitt sollte die Baumscheibe abgedeckt sein .Die wurzelechten Bäume sind für den Sandboden immer besser als die aufgepropften .Leider findet man sie meist nur als Hochstamm . Dieser muss dann durch Schnitt klein gehalten werden .Ach so : mit dem Schlauch kommt man gut in den Sandboden .50 cm stecke ich ihn oft rein , die Baumwurzeln mögen das sehr .

         

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    2. Prunus arenarium

      Hallo Klaus,

      zu Deiner Sandboden-Pflaume will ich nachfragen. Da meine vergreiste (Haus?)zwetschge dieses heiße Jahr wohl nicht mehr überleben wird, brauche ich bald Ersatz:

      Warum empfiehlst Du Magna Glauka? Ganz ehrlich: Wie feucht und nährstoffhaltig ist Dein Standort wirklich?

      Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Schmeckt sie? Ist sie solange zu beernten, wie ihr nachgesagt wird? Kochst Du sie ein?

      Was sagst Du zu der folgenden Empfehlung: „bevorzugt warm, am Besten wird die Pflaume Magna Glauca auf leichte Böden gepflanzt, die sowohl genügend Nährstoffe besitzen als auch ausreichend feucht sind.“ (biobaumversand.de)

      Antworten
      1. Klaus Hoffmann

        ich kann zu Zwetschgenbäumen nicht mehr zuraten , da sie alle von Scharka bedroht sind .Die Früchte verharzen innen und die Kerne spalten sich . Eigentlich dürften die Baumschulen keine Zwetschgenbäume mehr verkaufen bis der Virus besiegt ist . Die sogen. resistenten  Sorten  sind es nicht mehr , da der Virus die Resistenzschranke durchbrochen hat . Von meinen 18 Bäumen existieren nur noch 3, eine Bühler Frühzwetschge ( die kann ich empfehlen ) , eine Magna Glauka , die ich nur mit gewaltigem Zurückschneiden am Leben erhalte und eine sehr alte Zwetschgensorte , die zwar resistent ist ( im Moment ) , aber sehr alterniert ( 2 Jahre habe ich schon nichts geerntet ).Wie überhaupt die alten Obstbaumsorten  unregelmäßig tragen  und wenn sie tragen ( dieses Jahr mein Zimtapfel ) muss ich stützen ohne Ende , sonst brechen die Äste . Im Nachhinein hat man Verständnis , dass die Bauern solche Sorten nicht mehr anbauen .

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        1. Prunus arenarium

          Wenn es nach den Obstbauern ginge, dann würden wir alle nur noch die frühe Pflaumensorte Katinka essen. Selbst die Bühler bauen ihre berühmte „Bühler Frühe“ nicht mehr an, weil es ihnen zu lange dauert, bis sie trägt. Katinka geht schneller und bringt mehr Geld, und wem sie nicht schmeckt, hat Pech.

          Dass die ziemlich unbekannte Magna Clauca Scharka-anfällig ist, darüber schweigen die gängigen Sortenlisten: Vielen Dank für Deine wertvolle Info!

          Du wohnst also in einer Gegend mit Scharka-Befall. Ich kenne die Fotos der gequälten Früchte und leide mit Dir, dass 15 Bäume eingegangen sind.

          In den Hobbygärten meiner Gegend ist kein Scharka-Befall bekannt (die großen Erwerbsobstanlagen liegen weit weg). Meine Hauszwetschge hat bis letztes Jahr gesund getragen und geht nicht an Scharka, sondern an Vergreisung ein. Wegen der Sommertrockenheit auf Sandboden ist sie klein geblieben, aber hat mindestens 60 Jahre lang (vermuten die Nachbarn) jeden Herbst leckerste Früchte gebracht. Nun hätte ich lieber eine Frühsorte, aber wenn ich keine passende finde, werde ich wieder eine Hauszwetschge nehmen – trotz ihrer Scharkaanfälligkeit, wegen des unschlagbaren Geschmacks und ihrer Anpassungsfähigkeit (bedingt auch an heiße Trockenperioden).

          Die Opal (Pflaume) kommt ebenfalls in Frage: Scharka-tolerant, früh reifend, nicht sehr anspruchsvoll, kommt auch mit Sandboden zurecht; seit 100 Jahren bewährt, auch in weniger begünstigten, ärmeren, rauheren und/oder kühleren Pflaumenlagen; süßlich-aromatisch mit schwacher Säure. Vom Handel aussortiert wegen ihrer rötlich-blauen Farbe, die sie trägt,  weil eine Reneclaude-Pflaume eingekreuzt ist. Kennst Du sie?

          Wie kommt Deine Bühler mit den sommerlichen Trockenperioden auf Sandboden zurecht?

          Antworten
          1. Klaus Hoffmann

            Die Opal Pflaume  habe ich jetzt schon 4 Jahre -noch nie mehr als 3 Früchte geerntet .Sie kommt wie Du schreibst mit dem Sandboden zurecht – doch sie wächst fast nicht weiter . Ich habe sie , da ich Nähstoffmangel vermute , erst mit Kompost gedüngt , dann mit meinem Pferdemist , dann mit Blaudünger . Im Herbst hatte ich auf ihre Baumscheibe Rindermulch mit Herbstlaub aufgebracht .Im Moment steht sie trotz großer Dürre grün und gesund da. 20 mtr weiter stehen meine anderen Zwetschgenbäume -an der Befruchtung kann es nicht liegen . Zusätzlich habe ich überall Schilfrohr aufgehängt , was die Wildbienen und Hummeln auch gerne als Wohnung benutzen .

            Meine Bühler sind gut 50 Jahre alt ,der Ertrag war früher hoch  und die Früchte sehr wohlschmeckend .Im Gegensatz zu den Magna  sind sie mir oft geklaut worden .Allerdings waren sie zu saftig für den Zwetschgenkuchen – er ist „versoffen „. Die Bühler bilden gerne Ausläufer -insofern machen sie zusätzlich Arbeit . Seit 10 Jahren verjünge ich sie ,doch sie sterben mir jetzt langsam ,praktisch habe ich nur noch eine . Ach so , aufgepropft waren sie auf Schwarzdorn -diese Unterlage passt zum Sandboden !!

          2. Klaus Hoffmann

            Bei Scharkabefall sterben die Bäume anfangs ganz langsam .Hat der Kern der Hauszwetschge  oft etwas Harz  und sind einzelne Kerne gespalten ( nicht alle ) , dann geht`s immer schneller zu Ende .Meine Katinka hatte anfangs so gut wie keine Probleme . Seit 2 jahren harzt sie außen  und die Früchte bleiben relativ hart . Gut geschmeckt hatte  sie noch nie .

          3. Prunus arenarium

            Hallo Klaus,

            Du verwendest Schlehe (= Schwarzdorn) als Unterlage?! – Das gab es in älterer Zeit manchmal, hat sich aber nicht durchgesetzt. Heute ist darüber nur noch wenig bekannt.

            Vermutlich ist Dein hauptsächliches Problem diese Pflaumenunterlage, und Scharka kommt als zusätzliches Problem dazu?!!

            Wie Du selber geschrieben hast: Die Bühler bekommt kein Scharka, jedenfalls nicht an den Früchten! Wenn Deine Bühler krank ist, dann durch ihre Schlehen-Unterlage.
            DIE Pflaumenunterlage für Sandboden ist die Kirschpflaume (=Myrobalane)! (Es gibt auch neuere schwächer wachsende Unterlagen für kleinere Gärten auf Sandboden, aber nicht Schlehe.)
            Die Bühler treibt auch keine Stockausschläge, die regelmäßig einzudämmen sind. Genau das tut typischerweise die Schlehe – als Unterlage. Ich kenne das von einem Gartennachbarn, der ebenfalls eine Schlehe als Pflaumenunterlage verwendet, weil er gern mit eigenen Bonsai-Züchtungen experimentiert.
            Schlehen als Unterlagen wurden eher (experimentell) zur Wachstumsverzögerung und -minderung verwendet (z. B. von dem berühmten russischen Züchter Iwan W. Mitschurin). Diese Eigenschaft widerspricht der Anforderung an eine starkwachsende Unterlage für Sandboden, aber könnte der Grund dafür sein, dass Deine Pflaumen mickern, wenn sie größer sind.

            Offene Frage (weil über Schlehe als Unterlage so wenig bekannt ist):

            Die Schlehe bildet meistens einen Busch (so kenne ich sie), nur selten ein Stämmchen und nie einen Stamm. Wie soll dieser Busch einen starkwüchsigen und ausgewachsenen Pflaumenhochstamm tragen und ernähren?? Kommen Schlehen mit einer starkwachsenden Veredelung (wie Bühler) auf Dauer zurecht? (Beim Veredeln gilt die Regel: Die Unterlage einer starkwachsenden Veredelung sollte ebenfalls starkwachsend sein, sonst verkümmert der Baum.)

            Und eine weitere Frage: Viele Unterlagen sind ebenfalls Scharka-anfällig:
            z. B. Schlehe, Myrobalane, St. Julien A, Wavit und die meisten anderen gängigen Unterlagen. Ich weiß nicht, welche Bedeutung Unterlagen für die Ausbildung der Scharka-Symptome haben und welche Unterlage in Scharka-Gebieten empfohlen werden.

            Warum nicht eine Scharka-robuste und Sandboden/Standort-geeignete Sorte wurzelecht pflanzen?! Über Jahrhunderte wurden Zwetschgen, Sauerkirschen und anderes Steinobst wurzelecht (d. h. ohne Unterlage, auf eigener Wurzel) in den Gärten gepflanzt und vermehrt und haben sich dabei optimal an ihre jeweilige Umgebung angepasst.

          4. Prunus arenarium

            Nachtrag / Fundsache:

            „Ein Großteil vor allem der älteren Bäume im Bühler Anbaugebiet ist wurzelecht: Darunter verstehen Fachleute die Vermehrung über Wurzelausläufer, wie beispielsweise bei der Hauszwetsche.“

            Das schreiben die Praktiker und Obstbauern des größten Zwetschgenanbaugebiets rund um Bühl und Ortenau (Baden, Oberrhein) über ihre – weiterhin wichtigste – Sorte, die „Bühler Frühzwetschge“.

  4. Prunus arenarium

    … und selbstverständlich Brombeeren: Die weit verbreitete alte Standardsorte ‚Theodor Reimers‘ gedeiht so gut auf humosen Sand, dass sie sogar den Zweitnamen „Sandbrombeere“ trägt.

    Ableger (Stecklinge) oder besser Absenker oder ausgegrabene Triebe gedeihen gut und sind einfach am sandigem Waldrand oder beim Kleingartennachbarn erhältlich.

    Brombeeren brauchen einen sonnigen Platz, um ihr gutes Aroma auszubilden, suchen sich als Tiefwurzler die humosen Stellen im Sand und schmecken jetzt gerade sehr lecker. Gelegentliches Gießen hat ihnen in diesem heißem Jahr bereits ab Mai gut getan.

    Brombeer-Standardsorten sind stachelig und ranken mehrere Meter im Jahr. Wer sie regelmäßig schneidet, bekommt alle Kulturbrombeer-Sorten gut in den Griff. Der Arbeitsaufwand bemißt sich eher in Minuten als in Stunden. Anleitung: https://www.bzfe.de/inhalt/brombeere-3095.html – Andernfalls wuchern sie – und dann nerven auch die Stacheln! (Wer die Stacheln gar nicht abkann, könnte eine stachellose Sorte ausprobieren.)

    Vor allem in kleineren Gärten ist das Aufbinden an ein einfaches Gerüst (Draht-Beerenspalier) wohl zu empfehlen. Ein solches zu erstellen, dazu werde ich mich im kommenden Herbst hoffentlich aufraffen… Oder erst übernächstes Jahr?

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    1. Silke Lamla (Beitrag Autor)

      Das beobachte ich auch: Sowohl hier im Garten, als auch in der sandigen Umgebung machen sich Brombeeren sehr gut: dornenlose hier wie dornige dort – wobei sie bei mir wegen der Trockenheit dieses Jahr etwas klein sind.
      Dafür habe ich mit den wildwachsenden schon 3x Marmelade gemacht (lecker ohne Kerne und mit kleinen Pflaumenstückchen) und noch einiges eingefroren.
      Ergänzend zu deinen tollen Tipps verlinke ich hier mal noch einen Erfahrungsbericht über dornenlose Sorten (aufgelistet im letzten Absatz – die Pflegetipps vorher sind auch interessant). Da hat sich wohl geschmacklich einiges getan, so dass ich gerade überlege, eine meiner beiden dornenlosen geschmacklich mäßigeren Stauden gegen eine bessere auszutauschen.

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      1. Prunus arenarium

        Dein Tipp ist gut! Das ist der Erfahrungsbericht über dornenlose Brombeeren des Beerenexperten Hubert Siegler von der Gartenbau-Landesanstalt Bayern. Detailliertere Daten derselben Erfahrungen stehen in dieser Liste (hier verlinkt).

        Alles in allem kommen diese neueren dornenlosen Sorten geschmacklich noch lange nicht an die bewährte dornige ‚Theodor Reimers‘ heran: Für viele Hobbygärtner ist sie unvergleichlich hocharomatisch-süß, der Brombeergeschmack schlechthin, wie wir alle ihn kennen! Diese Sorte bringt auch die für Sand nötige Wuchskraft mit, muss aber im Garten jedes Jahr geschnitten werden (siehe mein Beitrag oben). Erntefenster von Anfang August bis Ende September.

        3 dornenlose Brombeersorten finde ich bemerkenswert:

        Loch Ness‚ hat die meisten Fans aller Dornenlosen, weil sie süß-aromatisch mit dem nötigen Säureanteil in den meisten Jahren und Lagen ab Mitte Juli ausreift, d. h. vor Reimers. (Die Sorte entstand 1991 in Schottland.)
        Ich überlege, ob ich mir die ‚Loch Tay‚ zulege, weil sie am frühesten von allen Brombeersorten reift (ab Ende Juni, süß-aromatisch) und so die besagte dornige Lieblings-Geschmacksbombe gut ergänzt. (‚Loch Tay‘ entstand 2002 aus ‚Loch Ness‘; beide werden von ihren geschäftstüchtigen Züchtern auch als „Nessy“ & „Scotty“ vermarktet.)
        Die älteste und am weitesten verbreitete Dornenlose (‚Thornless Evergreen‚, oft nur Thornless genannt) entstand zufällig 1926 (USA) als Mutante einer alten Kultursorte („Schlitzblättrige Brombeere“): ähnlich wüchsig wie ‚Reimers‘, gut für Sand und sehr frosthart, geschmacklich für viele beim Frisch-Essen etwas zu säuerlich, sehr gut für Saft und Marmelade, mit langem Erntefenster bis Ende Oktober – und unvergesslichen, tief geschlitzten Fiederblättern.

        Diese 3 Sorten ranken und sollten an ein Spalier/Gerüst hochgebunden werden…

        Andere dornenlose Neuzüchtungen sind überschätzt, bilden zu oft ihren Geschmack nicht aus, wie auch Hubert Siegler feststellt. ‚Thornfree‚ erreicht Vollreife regelmäßig nur im Weinbauklima, welches wir auf Sand nicht haben. ‚Navaho‚ hat im Forum.Garten-pur.de nicht überzeugt (viel Wachstum in alle Richtungen, aber wenig Geschmack; gilt ähnlich für weitere Dornenlose). – An einer „Zuckerbrombeere“ (Asterina) schließlich, obwohl viel gelobt, bin ich nicht interessiert. Auch Kinder mögen nach meiner Erfahrung eher die aromatische Explosion – und die braucht den Säureanteil! – als das bloß süß-zuckrige, mit dem sie ohnehin überall vollgestopft werden.

        Black Satin‚ wäre noch einen Versuch wert: Diese rankend Dornenlose hat einige Fans wegen ihres Geschmacks (süß-säuerlich, färbend, auch für Marmlade, Gelee und Saft) und soll kürzere Trockenheitsperioden gut wegstecken können. Genug Sonnentage haben wir ja in unserer Region, um solche Experimente mit einiger Erfolgsaussicht wagen zu können. Allerdings fruchtet ‚Black Satin‘ im selben (langen) Erntefenster (August und September) wie die oben gelobte Reimers-Geschmacksbombe und kommt daher für mich nicht in Frage.

        Und wenn auf Sand gar nichts mehr hilft, dann nehme ‚Kittatinny‚: für Grenzgebiete des Obstanbaus, auf denen andere Sorten versagen, trotzt sie vielen Widrigkeiten und braucht Platz; ist extrem wüchsig, nicht rankend, aber so stachelig, dass Hektiker ihr nur in Ritterrüstung näherkommen sollten … Den anderen gelingt es, von ihrem Aroma zu kosten, aber vor lauter Aufregung können die meisten schon kurz darauf nicht mehr beschreiben, wie es geschmeckt hat, und wenden sich vor lauter Stacheln wieder den Rittern zu …

        Beruhigung tritt erst ein, als der Bericht der alten Sorten (einschl. Weinbeere) verlesen wird: Führung durch die ARCHE NOAH Beerensammlung

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  5. Silke Lamla (Beitrag Autor)

    Japanische Weinbeeren scheinen mir – im Gegensatz zu Brombeeren – definitiv nicht geeignet für Sandböden: Schon bei „normaler“ Wetterlage in den Vorjahren konnte ich kaum mehr als eine Handvoll ernten, weil die durchaus kräftig angesetzten Früchte einfach vertrockneten. In diesem besonders trockenen Jahr habe ich das Gießen bald aufgegeben – die ganzen Pflanzen sind nun vertrocknet. Große Augen habe ich dagegen gestern bei einer Freundin – keine 30 Kilometer von hier – gemacht, in deren verwilderten Garten auf Lehmboden ein Sprößling meiner japanischen Weinbeere in voller Pracht gegen den japanischen Staudenknöterich anwuchs und uns schöne Früchte darbot.

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    1. Prunus arenarium

      Ob für die Weinbeere der Wassermangel oder auch ein falscher Standort (Sandboden, Aufheizung) entscheidend ist? Das kann ich, mangels Erfahrung mit dieser Beere, nicht beurteilen.
      Abhilfe je nach dem:
      a) Eine kleine Bewässerung habe ich mir in diesem heißen Jahr zugelegt. Voraussetzung ist ein Wasserhahn am Wassernetz (d. h. mit dem üblichen Wasserdruck), möglich ist dann eine einfache preiswerte & robuste Lösung ohne Pumpe. Aufwand: Bewässerungsset mit Tropfschlauch 60€ + Bewässerungssteuerung (nur mit Batterien! direkt am Wasserhahn) 60€, beides von Wurzelwasser.de Zzgl. Versand, Batterien, 1 Wasserschlauch, jährliche Wasserkosten. (Alternative wäre das ausgefeilte „Netafim Kleingarten“ Bewässerungset, dessen Preis leider gerade gestiegen ist, mit derselben Steuerung.) Der Tropfschlauch erspart das Gerenne mit den Eimern und Gießkannen, für das nur Rentner regelmäßig die Zeit haben. Mit der Steuerung lässt sich in Hitzeperioden der Garten auch unter der Woche automatisch wässern.
      b) Lehmboden gibt es zu verschenken (z. B. ebay-kleinanzeigen.de). Das kostet einige Stunden Schweiß und Ausleihe eines billigen, Dreck-verträglichen Transporters (rechtzeitig reservieren).

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