Lauch und Tomaten auspflanzen

Heute habe ich das schöne Sonnenwetter und die Aussicht auf sonntägliche Ruhe genutzt um zunächst den Lauch auszupflanzen und dann die Tomaten.

Winterlauch auspflanzen

Den Lauch der Sorte Blaugrüner Winter hatte ich bereits in die Quickpots pikiert – auch Wurzeltrainer genannt. Die Pflänzchen hätten vielleicht noch etwas größer sein können, aber ich denke so gehts auch. Da Lauch etwas Schatten verträgt, habe ich ein Plätzchen hinter unserem Apfelbaum gewählt. Hier habe ich nacheinander 3 Rillen mit dem Spaten gestochen, mit dem Grubber gelockert und jeweils mit einer Kompostmischung versehen, bevor ich die Pflänzchen tief gesetzt habe. Normal sollen es 15 cm Abstand in der Reihe bei ca. 30 cm Reihenabstand sein. Später soll der Lauch noch mehrmals angehäufelt werden um Unkraut zu verschütten und die Stiele zu bleichen.

Zunächst wurde etwas Kompost gesiebt, dem ich noch Dolomitkalk, Ackerbohnenschrot und Algenmehl zugegeben habe. Lauch gehört ja eher zu den stark zehrenden Alliumarten. Diese Mischung habe ich satt in die Rillen gefüllt und hoffe, das Wasserhaltevermögen dadurch zu verbessern, denn Lauch braucht viel Feuchtigkeit. Den ausgesiebten Mulm, der Margarethe Langerhorst zufolge auch gut gegen Schnecken sein soll, habe ich um die zarten Pflänzchen gelegt.
Und weil ich unsere Amseln kenne, die sich meiner Buddelei gern anschließen, wohl wissend, dass sich da die einen oder anderen Würmer finden, habe ich – um die Lauchpflanzen vorm verscharrt werden zu bewahren – Zweige vom Kirschbaumschnitt darüber gedeckt und darüber noch ein Vlies gezogen.

Tomaten setzen

Mittlerweile habe ich etwa 13 Tomatensorten. Einige davon benötigen eine Überdachung. Diese habe ich heute ausgepflanzt. Zwei Wildtomatensorten und einige wetterfeste Cocktail- und Salattomaten kommen später noch ins Freie.
Der Boden ist im Tomatenbeet noch recht humushaltig, so dass ich mir den restlichen Kompost lieber für die Kürbisgewächse und restlichen Maispflanzen aufhebe. Im Frühjahr habe ich hier schon Rucola und Winterpostelein geerntet. Letzteres habe ich nun zum Aussamen auf die Baumscheiben gepflanzt, damit für die Tomaten Platz wird.

Da ich zuletzt Probleme mit der Blütenendfäule hatte, was u.a. auf Calciummangel zurückzuführen ist, habe ich auch hier Dolomitkalk zugegeben sowie Ackerbohnenschrot – insbesondere für die Stickstoffversorgung – und Algenmehl für gutes Wurzelwachstum und die Mineralienversorgung.
Auch eine gleichmäßige Wasserversorgung ist wichtig. Damit bei dem leichten Sandboden das Wasser nicht so schnell verdunstet, wird gemulcht. In diesem Fall habe ich Leguminosenschnitt von einem benachbarten Beet mit Winterwicke genommen, welches zugleich ein Stickstofflieferant ist. Wobei ich nicht weiß, ob das bei einem überdachten Beet soviel Sinn macht. Vielleicht tausche ich es noch gegen den ausgesiebten Kompostmulm aus (siehe letztes ergänztes Foto in der Bildergalerie).

Welche Erfahrungen habt ihr mit jungen Lauch- und Tomatenpflanzen beim Auspflanzen und Pflegen? Kennt wer von euch die Tomatensorten 1-5? Was würdet ihr anders (besser) machen? Wozu habt ihr noch Fragen? Ich freue mich über eure Kommentare …

2 Kommentare

  1. Daniel

    Warum vereinzelst Du die Lauchpflanzen in Quickpots? Mein irischer Chefgärtner hat sich damals schlapp gelacht, als die deutschen Emigranten ihr Lauch in stapelweise Quickpots gesät haben und der ganze Hof mit Lauchplatten vollgestellt war. Zugegeben, das hast Du jetzt nicht gemacht. Liegt es nur an Deinen sandig-trockenen Verhältnissen? Ist es zudem nicht ein bisschen früh für Blaugrünen Winter? Mach Dir doch lieber weniger Arbeit mit dem Pikieren und setze dafür auf kleinere Sätze entsprechend saisonal passender Sorten.

    Solange man die Pflanzen nicht maschinell setzt (geht mit Quickpot-Wurzelballen ohnehin nur mit Becherpflanzmaschinen und nicht mit Band-Pflanzmaschinen) sehe ich keine wirklichen Gründe für das Umtopfen, außer dass die Pflanzen evtl. bei der Ernte sauberer sind. Und selbst das Von-Hand-Setzen von Lauch in größeren Dimensionen geht recht flott.

    Im Gegenteil ich sehe eher die Gefahr, dass die umgepflanzten Lauchpflanzen mit ihrem riesigen, unpikierten Wurzelbalg im Topf und nach dem Auspflanzen Stress bekommen und zu schießen anfangen. Zeitlich ist es auch nicht effizient, eher Sysiphos-Arbeit.

    Mir wurde beigebracht, Lauch im Frühbeet in Reihe vorzuziehen und dann vor dem Auspflanzen größere Packen mitsamt Wurzelballen zu entnehmen. Das ist platzsparend und auch wässerungseffizient. Der Lauch wird umgepflanzt, wenn ein guter Teil der Stangen ca. 5mm dick ist. Die Wurzelballen werden in einem Eimer mit Wasser aufgelöst und die Wurzeln der einzelnen Lauchpflanze nochmals auf ca. 3-4cm Länge gekürzt. Dann zieht man mit dem Sauzahn eine schmale, tiefe Furche und legt die Lauchpflänzchen dort der Reihe nach alle 7-15cm zu einer Seite hin liegend ab, die Wurzeln in der Furche. Tatsächlich kann man schmale Pflanzabstände einhalten, wenn man darauf achtet, dass die Pflanzen so ablegt, dass die Blattbildung quer zur Furche verläuft. Dann wird die Furche von der anderen Seite her wieder geschlossen und die Pflanzen nochmals angegossen. Binnen der nächsten Tage richten sich die Pflanzen von allein wieder auf, wenn sie genügend Wasser erhalten. Das Wurzelkürzen soll das Pflanzenwachstum anregen, zumal eine 5mm dicke Lauchpflanze im Quickpot ohnehin Drehwurzeln bilden würde.

    Viele Grüße,

    Daniel

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    1. Silke Lamla (Beitrag Autor)

      Hallo Daniel, erstmal danke für deine Erfahrungen und Tipps.
      Ich hatte die Lauchpflanzen sonst nicht in Quickpots und auch schon einmal gute Erfahrungen mit unpikierten Pflänzchen, die ich direkt gesetzt hatte. Meine letzten Lauchpflanzen waren aus ebensolchen Quickpots vom Markt, und ich dachte, das sei ganz praktisch, weil die Wurzeln nicht erst auseinander gefusselt werden müssen, und außerdem hätte so jedes Pflänzchen seinen eigenen Wurzelraum und kann sich vielleicht besser entwickeln – obgleich diese Quickpots schon sehr wenig Raum bieten. Ich hatte die Paletten mal geschenkt bekommen.

      Zu früh? Nach Packung von Dreschflegel kann schon im Februar-April vorgezogen werden. Laut Heistinger (Das große Biogarten-Buch) kann Winterlauch April bis Anfang Mai gesät werden. Der Winterlauch könnte auch direkt gesät werden, aber dann ist ja vielleicht noch kein Platz auf den Beeten.
      Verschiedene Laucharten kaufe ich einerseits aus Platzmangel nicht, und ich will meine Saatgutvielfalt außerdem etwas reduzieren, weil die Samen ja über die Jahre nicht besser werden. Da hatte ich zuviel Misserfolge mit altem Saatgut in letzter Zeit.
      Bei Heistinger wird das Pikieren ab einer Höhe von 20cm empfohlen (nagut, bei mir waren es ~10cm und bei 20cm habe ich ausgepflanzt) und auf das Einkürzen der Wurzeln solle ausnahmsweise zugunsten des besseren Einwurzelns verzichtet werden. In einem Privatvideo eines Gärtners hieß es auch, besser aufs Einkürzen verzichten, bzw. hatte er gute Erfahrungen damit.
      Auf Effizienz kommt es bei mir ja nicht so an und zu Drehwuchs ist es in dem Stadium noch nicht gekommen. Ist das denn so schlimm? Wenn ich die dann wieder auseinander ziehe?

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